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PHILOSOPHIE

Definitionen:
Unter Philosophie verstehen wir sowohl die Kritische Prüfung der rationalen Gründe unseres fundamentalen Weltbildes als auch die logische Analyse der ursprünglichen Ideen, aus denen sich unser Weltbild zusammensetzt.

Philosophie kann aber auch definiert werden als Reflexion auf die Vielzahl der menschlichen Erfahrungen oder auch als die rationale, methodische und systematische Betrachtung der wichtigsten Themen zum Humanismus. Philosophische Grundfragen sind ein zentrales Element der Entwicklung der Geisteswissenschaften vieler Zivilisationen.
Das ungelöste Problem der Philosophie nämlich eine einheitliche Darstellung seiner Grundaussagen zu erreichen, entspringt aus der Tatsache, dass auch die Philosophen von verschiedenen philosophischen Grundauffassungen ausgehen, da diese nur die jeweiligen kulturellen, sozialen und individuellen Erfahrungen des einzelnen Philosophen reflektieren.
Folglich sind aus allen grossen Religionen unserer Welt eigene philosophische Schulen hervorgegangen, deren Grundauffassungen mit den jeweils religiösen Grundauffassungen kompatibel sind.
Platon als auch christlich-abendländische Philosophen wie Thomas von Aquin, George Berkeley und Søren Kierkegaard nutzten Philosophie einerseits zur Verteidigung und Festigung der Religion und andererseits zur Diskreditierung atheistischer Auffassungen des Materialismus und des Rationalismus.
Philosophen wie Pythagoras, René Descartes und Bertrand Russell, waren hauptsächlich Mathematiker, deren Ansichten der Wirklichkeit und des Wissens durch Mathematik beeinflußt wurden.
Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, John Stuart Mühle, Karl Marx und Friedrich Engels wurden hauptsächlich mit politischer Philosophie in Verbindung gebracht.
Sokrates und Plato dagegen werden hauptsächlich den Fragen zur Ethik zugeordnet.
Die Naturphilosophen wie die Vor-Sokratiker (Thales, Anaximander, Heraklit, Protagoras, Demokrit etc.), Francis Bacon, Alfred NordWhitehead, unter viele andere, gingen von der Existenz einer materiellen realen Welt aus.
 

 Systematik: Platons Unterscheidung von Logik, Ethik und Ästhetik wirkte lange nach. Die Systematik des Aristoteles umfasste theoretische Philosophie (Metaphysik, Mathematik, Physik), praktische Philosophie (Ethik, Ökonomik, Politik) und Schaffenswissenschaften (Poetik, Rhetorik). In der Scholastik gliederte sich Philosophie in Metaphysik (Ontologie und Theologie), Physik (Kosmologie und Psychologie) und Ethik (Politik). Die in der akademischen Philosophie seit dem 18. Jahrhundert gültige Einteilung in Metaphysik (oder Ontologie), Logik, Ethik, Ästhetik, Erkenntnistheorie (und Psychologie) wird zum Teil noch heute aufrechterhalten. Daneben trat eine Reihe von Sonderdisziplinen in Erscheinung, wie Rechtsphilosophie, Geschichtsphilosophie, Sprachphilosophie, Sozialphilosophie, Kulturphilosophie und Religionsphilosophie sowie die Wissenschaftstheorie. Die Ausgliederung der Naturwissenschaften aus der Philosophie zog sich bis ins 17. und 18. Jahrhundert hin; Kunstwissenschaft, Psychologie, Pädagogik, Soziologie und andere Geisteswissenschaften wurden im 18. und 19. Jahrhundert unabhängige Disziplinen.

Geschichte: Ohne Verbindung mit der abendländischen Philosophie entwickelten sich die indische Philosophie (indische Philosophie und Religion) und die chinesische Philosophie, mit später mannigfachen Wechselwirkungen zu ihnen die japanische Philosophie. Die abendländische Philosophie hat ihren Ursprung in der griechischen Philosophie (seit 600 v. Chr.). Seit den ersten christlichen Jahrhunderten erfolgte eine Verschmelzung antiken Denkens mit Inhalten christlichen Glaubens; einen Höhepunkt bildete die Scholastik. Die arabische Philosophie (arabische Wissenschaft; islamische Philosophie) und die jüdische Philosophie hatten seit dem 12. und 13. Jahrhundert zeitweise bedeutenden Einfluss. Seit der Renaissance entfaltete sich die abendländische Philosophie in sachlich abgrenzbaren Richtungen wie Rationalismus und Empirismus, Idealismus und Materialismus und in räumlich-national beschreibbaren Beiträgen: u. a. deutsche Philosophie, englische Philosophie, franzsische Philosophie, russische Philosophie, amerikanische Philosophie (Vereinigte Staaten von Amerika, Philosophie; lateinamerikanische Philosophie). Die Philosophie des 20. Jahrhunderts gliedert sich in vielfältige Strömungen, v. a. Phänomenologie, Existenzphilosophie und Hermeneutik; Positivismus und Neopositivismus, Pragmatismus und kritischer Rationalismus, außerdem die kritische Theorie der Frankfurter Schule, Strukturalismus und Sprachphilosophie. Einen breiten Raum nehmen Wissenschaftstheorie und Ethik (praktische Philosophie) ein. Die feministische Philosophie beschäftigt sich mit der Leistung von Frauen im Rahmen der Wissenschafts- und Philosophiegeschichte und setzt sich kritisch mit den weitgehend von Männern geprägten Denktraditionen und -mustern auseinander.